Archiv der Kategorie 'Übersetzungstipps'

Übersetzungstipp: Silbentrennung

Ein kleiner Ausflug in die Welt der Psychologie kann in Untiefen enden: Nehmen wir den harmlosen Begriff „Urinstinkt“. Wie sollte er inhaltlich sinnvoll getrennt werden? Nicht so, wie es die automatische Rechtschreibung vorschlägt: „Urin-stinkt“. Damit ist es nur noch ein Schritt zur totalen Fehlübersetzung.

Kraut und Kräuter

Das berühmte schwäbische Filder-Kraut wird mit „cabbage from the Filder region“ übersetzt. Wie würde also ein automatisches Übersetzungstool „Kräuter“ übersetzen? Natürlich mit „cabbages“. Und schon ist die Übersetzung total falsch und unverständlich. Hätten Sie’s gewusst: Die „Kräuter“ zum Würzen des Krauts heißen auf Englisch „herbs“.

Übersetzungstipp: Archivierung

Ist doch selbstverständlich, dass Übersetzungen langfristig archiviert werden, falls der Kunde sie nach Jahren abrufen will - oder etwa nicht?! Die Realität sieht anders aus: nur die allerwenigsten Übersetzer bzw. Übersetzungsagenturen archivieren Projekte langfristig. In der Praxis kommt es aber immer wieder vor, dass Kunden noch nach Jahren nach alten Übersetzungen fragen – sei es, weil der interne Server crasht oder ein gekündigter Mitarbeiter die Dateien mutwillig gelöscht hat.

Übersetzungstipp: Beglaubigungen

Übersetzungen, die z.B. bei Gerichten oder Versicherungen vorzulegen sind, müssen von Fall zu Fall durch einen gerichtlich beeidigten Übersetzer angefertigt werden. Sie sollten vor Auftragsvergabe klären, ob Sie eine beglaubigte Übersetzung benötigen, da nicht alle Übersetzer gerichtlich ermächtigt sind.

Übersetzungstipp: Typografische Konventionen

Manche Redakteure und Layouter „korrigieren“ fremdsprachliche Texte auf Basis des deut-schen Standards.

Die Angelsachsen schreiben Substantive in der Regel klein, ebenso wie die Spanier und Franzosen Monatsnamen und Wochentage. Im Französischen werden Anführungszeichen als « bzw. » gesetzt und vor einem Doppelpunkt steht grundsätzlich ein Leerzeichen. Im Spanischen beginnt jede Ausrufung mit dem umgedrehten Ausrufezeichen ¡!

Kritisch wird es, wenn typografische Zeichen, z.B. die spanische Tilde, für völlig unterschied­liche Wortbedeutungen stehen. Wenn Sie Ihrem spanischen Vertriebspartner mit „10 anos“ zum 10-jährigen Jubiläum gratulieren, wird er zu Recht empört sein. Sie haben nämlich zu „10 Aftern“ im Sinne von „Anus“ gratuliert, statt zu „10 años“.


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