Die ZDF-Talkerin Maybrit Illner kennt Politiker und ihre Sprache in- und auswendig. Ihr geballtes Wissen kommt am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, in Buchform auf den Markt. In ihrem Buch „Politiker-Deutsch/Deutsch-Politiker”, das bei Langenscheidt erscheint, enthüllt sie die beliebtesten Worthülsen und erklärt uns die Tabubegriffe der Politikersprache. Vielleicht verrät sie uns wirklich, was die Politiker unter der Decke halten wollen.
Archiv für Juni 2007
Nach zweijähriger Pause wird die ARD-Multikulti-Serie „Türkisch für Anfänger” fortgesetzt. Ab Herbst 2007 dürfen wir wieder am bewegten Leben der Patchwork-Familie Schneider-Öztürk teilhaben. Erst mal sind 16 neue Folgen geplant. Bis zum Sendestart bleibt also noch genügend Zeit, um ein paar Brocken Türkisch zu lernen.
Diese Woche flatterte uns ein besonders delikates Beispiel ins Haus. Wir hatten eine Bedienungsanleitung ins Italienische zu übersetzen. Sie sollte auf Basis der bereits vorhandenen Maschinenschilder des Kunden lokalisiert werden. Was im Prinzip ganz selbstverständlich ist, erwies sich hier als problematisch. Eigentlich war nur die Wortstellung falsch, die Wirkung aber verheerend: „Maschine starten“ ist mit „marcia macchina“ zu übersetzen. Auf dem Schild hieß es aber „macchina marcia“, was so viel wie „verdorben“ oder „verkommen“ bedeutet. Damit wird ein hochwertiges Produkt total abgewertet. Diese Übersetzung ist nicht nur falsch, sondern schädigt die Reputation des Maschinenherstellers.
Haben Sie sich schon über Falschübersetzungen geärgert? Senden Sie uns Ihre Raritäten!
Nach einer aktuellen Studie des Economist interessieren sich die Unternehmen verstärkt für Blogs und Podcasts. 80% sind überzeugt, dass Social Media Tools für ihre Aktivitäten sehr positiv sind. Aber Vorsicht: Chefs verlangen harte Fakten und Zahlen zum Nutzen von Blogs & Co. „Weiche Argumente” wie bessere Markenpräsenz und höhere Vertriebseffizienz reichen nicht aus. Die US-Marktforschungsgesellschaft Forrester hat ein 3-Stufen-Verfahren entwickelt, mit dem Marketer die Vorteile, Kosten und Risiken von Blogs konkret beziffern können. Bleibt abzuwarten, wie sich derartige Rentabilitätsanalysen auf bloggende Unternehmen auswirken.
Folksonomy und andere Negativ-Bringer der Blogosphäre
Veröffentlicht Juni 28,2007 Englisch & Denglisch 0 KommentareDas britische Meinungsforschungsunternehmen YouGov www.yougov.com befragte Anfang Juni 2091 Erwachsene zum Web. Auftraggeber der Studie war Lulu Blooker Prize, der weltweit erste Literaturpreis speziell für “Blooks”. Mit diesem Preis werden Bücher auf Basis von Blogs, Websites oder Webcomics ausgezeichnet.
Gängige Begriffe wie „Blog”, „Netiquette” oder „Cookie” kommen in der Community demnach sehr schlecht an. Den Vogel nach unten abgeschossen hat aber „Folksonomy” als das Unwort im Internet. Es steht für die gemeinschaftliche Verschlagwortung von Webinhalten.
Auch wenn das englische Web-Vokabular nicht jedermanns Geschmack ist, findet es zusehends Eingang in Standardwerke zur englischen Sprache. So kündigte Collins English Dictionary an, dass einige Wörter in die 9. Auflage aufgenommen werden. Darunter sind auch neuere Kreationen wie „me-media”, also Websites mit persönlichem Content wie Facebook. Besonders gelungen finde ich „Godcast” analog zu „Podcast”. Dieses religiöse Angebot wendet sich an MP3-Fans.
Fazit: die Web-Welt bleibt weiterhin spannend. Warten wir’s ab, welche Sprachschöpfung morgen um die Welt geht.

